Manfred Schneckenburger

Prof. Dr. phil.

 

Legendärer Kurator als Chef der dOCUMENTA 6 und dOCUMENTA 8 Kassel und langjähriger Rektor der Kunstakademie Münster, jetziger Leiter der Projektionsbiennale "Lichtsicht" in Bad Rothenfelde.

 

Manfred Schneckenburger,  Kunsthistoriker, Hochschullehrer, Publizist und vielfacher Leiter von großen Kunstausstellungen, gilt als einer der bekanntesten Kuratoren zeitgenössischer Kunst überhaupt.

Der gebürtige Stuttgarter schrieb zuerst Kunst- und Theaterkritiken, war dann im Olympia-Komitee in München tätig, wo er 1972 mit seiner großen Olympiaausstellung „Weltkultur und moderne Kunst“ auf sich aufmerksam machte. Nach der Leitung der Kunsthalle Köln ab 1973 wurde er 1974 für die documenta 6 und 1984 für die documenta 8 berufen. Er ist bis dato der einzige documenta-Leiter, der dieses weltweit wichtigste, periodisch angelegte Kunstereignis, zweimal kuratiert hat.

Zwischen diesen Tätigkeiten schrieb und lehrte er, in Bochum, an der Gesamthochschule Kassel und in der Kunstakademie Münster, deren Rektor er bis zu seiner Pensionierung 2004 war.

 

Manfred Schneckenburger war als Autor an Standardwerken der zeitgenössischen Kunst beteiligt wie der zweibändigen Ausgabe zur Kunst des 20. Jahrhunderts. Viele seiner Texte wurden Lehrbeispiele für essayistische Qualitäten in der heutigen Kunstkritik, etwa „Die zu Ende befreite Farbe“ über die Malerei von Hermann-Josef Kuhna oder seine Beiträge über die Künstler Ugo Dossi und Helmut Schober.

Er entdeckte und förderte immer wieder von neuem exorbitante Talente, wie den deutsch-japanischen Fotokünstler Kanjo Také, über den er einen Essay von 20 Seiten verfasste, oder Walter Urbach, dem er zu einer späten Karriere als Maler verhalf, da er sah, dass Urbach ein „glänzendes Oeuvre nachreicht“. Er fand einleuchtende ästhetische Kriterien für die großformatigen, völlig ausgefallenen Werke des  chinesischen, in New York lebenden Meisters der alten asiatischen Technik der Wassertusch-Zeichnung auf Papier, Paul Ching-Bor.

 

Seit 2007 leitet Manfred Schneckenburger die Projektionsbiennale „Lichtsicht“ in den Gradierwerken von Bad Rothenfelde bei Osnabrück, die sich zu einer spannenden Präsentation dieses von Schneckenburger als  Experimentfeld wiederentdeckten Mediums Projektion entwickelt hat.